Liebe Paulinerinnen, liebe Pauliner,

nach den etwas stürmischen Situationen der beiden Vorjahre sind wir als Vereinigung in ruhigeres Fahrwasser gekommen. Der Verzicht auf die in vielen Jahren so lieb gewordene „Schola“ in Papierform ist uns nicht leicht gefallen, aber wir sahen keine Alternative zu diesem Beschluss.

 

Besonders danken müssen wir an dieser Stelle Henning Stoffers, der uns mit der Gestaltung des Internetauftrittes so sehr geholfen hat. www.alt-pauliner.de hat sich als anziehungskräftig entpuppt. Die gemeinsame Arbeit, aus der Corona unterstützt besonders von Prof. Dr. Norbert Schmitz (1958) und von Dr. Günther Jansen (1957), wurde so zum Erfolg.

 

Zu bemerken ist auch, dass die unter der wirtschaftlichen Not erzwungene Entscheidung Eure Unterstützung der Vereinigung nicht geschmälert hat. Wir freuen uns, dass wir am Ende des Jahres 2016 vor allem dank Eurer Spenden auf sicherem Boden stehen und nun auch wieder die Jugend- und Bildungsarbeit am Paulinum nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützen können. Hierüber ein erster Bericht auf den folgenden Seiten.

 

Zu danken ist ferner der Schulleitung des Paulinums. Dr. Gerd Grave hat sich in dieser nicht ganz leichten Zeit beratend an unsere Seite gestellt und die Entwicklung positiv begleitet. Erfreulich entwickelt haben sich auch die Kontakte zu den jüngeren Abiturientien. Wir standen deutlich besser im Gespräch mit den jungen Paulinerinnen und Paulinern als in früheren Jahren. Die Jahrgangsfahnen als Symbol dieser Freundschaften bilden weiterhin einen farbenfrohen Reigen.

 

Nunmehr lädt der Siebener-Ausschuss herzlich zum Farbenfest 2017 ein.

 

(T) Freitag, 31. März 2017 , ab 18.30 Uhr in der Aula des Paulinums

 

Für den Siebener-Ausschuss

 

Hans-Peter Boer (1969)

 


Vergangene Schulzeit in Münster (am Beispiel Städterpenne!)

Liebe Leserinnen und Leser unseres Internetauftrittes!

 

Dr. Volker Ladenthin, heute Professor für Systematische und Historische Erziehungswissenschaft an der Uni Bonn, einer der bekannteren Bildungsforscher in unserem Lande, ist kein Pauliner: Er hat 1971 Abitur am Ratsgymnasium zu Münster gemacht, an unserer alten "Städterpenne". Aber seine Erfahrungen decken sich mit vielen Eindrücken jener Generation auch an unserer Schule. Im vergangenen Jahr hat Volker Ladenthin in der "Rendalia", der Zeitschrift der Altschülerschaft des Ratsgymnasiums, einen bemerkenswerten Artikel veröffentlich, in dem er sich mit der eigenen Schulzeit beschäftigt und der Frage nachgeht, "warum auch meine anderen Mitabiturienten ab Jg. 1971 nicht zum jährlichen Abitreffen kommen".

 

Dies ist eine Frage, die auch uns Pauliner interessieren muss, wenn wir auf die geringer gewordene Begegnungsbreite unserer Farbenfeste schauen.

 

Durch Vermittlung von Dr. Rutger von der Horst (Münster) , dem 1. Vorsitzenden der "Rendalia" konnten wir Kontakt mit Prof. Ladenthin bekommen. Er hat uns freundlicherweise die Übernahme seines Artikels auf unsere website gestattet. Dafür sei herzlichst gedankt.

 

Seitens des Siebener-Ausschusses erhoffen wir uns aus der Begegnung mit diesem bemerkenswerten Text eine Diskussion unter unseren Alt-Paulinern, vielleicht sogar die Verfassung eigener Texte und Erinnerungen zu diesem spannenden Thema der Umbruchjahre zwischen 1960 und 1980. Nicht zu vergessen: Die Abiturientien dieser Jahre gehen zur Zeit in den Ruhestand. (SPE)

 

Prof. Dr. Volker Ladenthin, Universität Bonn

Vergangene Schulzeit

 

1. Die Bildungsboomer Jahre

Zwischen den Jahren 1963 und 1964 wurde in NRW die Aufnahmeprüfung für Gymnasien abgeschafft, und nun konnten Eltern ihre Kinder, ohne dass die Viertklässler ein einwöchiges Auswahlverfahren durchstehen mussten, einfach am Gymnasium anmelden. Meine Eltern meldeten mich am „Rats“ an, weil die meisten Kaufleute der Innenstadt ihre Jungs da anmeldeten und es außerdem einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig gab.

 

2. Eingegliedert und ausgesondert

Am ersten Schultag, einem kalten aber sonnigen Tag im April, stand ich mit meiner Mutter einsam unter mindestens 400 uns völlig unbekannten Schülern und Eltern auf dem Asphalt-Schulhof am Bohlweg. Es hatte zuvor eine Messe im überfüllten Klösterchen gegeben, dann wurden wir per Liste in Klassen aufgeteilt und bekamen einen Stundenplan. Am nächsten Tag ging es los. Die erste Hausaufgabe, an die ich mich erinnere (es mag andere gegeben haben): Nacherzählung einer griechischen Sage aus Benders Deutschem Lesebuch. Meine Eltern waren ratlos. Ich auch. Wie macht man so etwas? Und wer um Himmels Willen war dieser Pro-me-the-us? Eine der ersten Zurechtweisungen bekam ich von unserem jungen engagierten Lateinlehrer: Ich bemerkte im Unterricht, dass wir an der Volksschule (so hieß damals, was heute Grundschule heißt) andere Worte in der Grammatik verwendet hatten als jetzt im Lateinunterricht: „Dann würde ich an Deiner Stelle an die Volksschule zurückgehen und da bleiben.“ Der Übergang von einem Schultyp zum anderen war eher ein Sprung: „Ich heiße nicht Frollein, ich bin Frau Dr. Kluck!“. Wir waren 42 Schüler in der Klasse. (In der Volksschule waren wir 52 gewesen.) Das Rats war die Schule, die am weitesten von meinem Elternhaus auf der Sentruper Höhe entfernt war. Ein gerade hinzugezogener Nachbarjunge bot sich an, mit mir die ersten Wochen gemeinsam auf dem Rad zur Schule zu fahren. Am Ende fuhr ich allein mit dem Velo. ... Hier geht's weiter


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