Wer wir sind, was wir wollen!

Der Siebener-Ausschuss hat im Rahmen eines ganztägigen Treffens in Handorf am 26. Februar 2011 über die Rolle und die Aufgaben der „Vereinigung der Alten Pauliner e.V.“ diskutiert und danach folgende Gedanken zusammengefasst und als Grundlage für die zukünftige Arbeit der Vereinigung formuliert:

 

"Die europäische Bildungslandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend gewandelt. Neue Anforderungen aus Wissenschaft und Wirtschaft haben den Gymnasien geänderte und erweiterte Aufgaben zugewiesen. Viele lieb und teuer gewesene Organisationsformen, Themenschwerpunkte und Fächer sind umgewertet oder ganz aus dem Bildungskanon gewichen.

 

Für das Gymnasium Paulinum zu Münster, Schule seit 797, ist vor dem Hintergrund seiner langen und auch bedeutungsschweren Geschichte festzuhalten, dass es sich entschlossen und tatkräftig den neuen Herausforderungen gestellt hat, ohne zugleich den Wert und die Bedeutung des eigenen Gewordenseins innerhalb der Stadt Münster, des Münsterlandes und des niederdeutschen Raumes aufzugeben.

 

Wesentliches Merkmal paulinischer Tradition ist es, nicht dem Zeitgeist nachzueilen, sondern durch kritische Prüfung von Gegebenheiten und Vorgaben jeglicher Art zu einem selbst verantworteten Urteil zu gelangen. Die in der Region lange Zeit einzigartige Stellung der Schola Paulina hat über Jahrhundert aus ihrer Mitte immer wieder Verantwortungsträger erwachsen lassen, die in Wirtschaft und Wissenschaft in Kirche und Staat, im Bildungswesen oder im Feld sozialer Aufgaben fruchtbar und erfolgreich tätig wurden.

 

Die traditionelle starke Vernetzung der Altschüler (und seit einigen Jahrzehnten auch der Altschülerinnen) des Paulinums ergab sich hieraus. Die durchaus auch problematischen Erfahrungen von Schule haben den Wert von Freundschaft und Solidarität untereinander erkennen und oft für ein ganzes Leben pflegen lassen.

 

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg wurde das Traditionsleben der Altschülerschaft durch einen „Siebener-Ausschuss“ bzw. später einen eingetragenen Verein (e.V.) in festere Bahnen gelenkt. Diese führen die Geschäfte der Altschülerschaft, organisieren das Jahrestreffen und informieren die Ehemaligen durch geeignete Veröffentlichungen.

 

Die Alten Paulinerinnen und Pauliner sehen sich dabei durchaus als Bestandteil der Schulgemeinde ihrer früheren Schule, ohne ihr noch formal anzugehören. Sie wollen durch Begegnungen, durch die Schaffung von Kontakten und durch vielfältige Vernetzungen untereinander die Bildungsarbeit der Schule fördern und ihre speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten zugunsten des Paulinums einbringen.

 

Die Absolventinnen und Absolventen des Paulinums zu Münster sehen sich in diesem Sinne verortet

  • in der lebendigen Tradition einer europäisch orientierten, seit dem Jahre 797 bestehenden Schule,
  • auf der Basis einer gelebten, an ihren Quellen orientierten christlichen Tradition; diese bildet im Humanismus in Verbindung mit römischem Recht und griechischer Philosophie die Wurzeln des modernen Europa.
  • als „Altschülerinnen und Altschüler“ einer Bildungseinrichtung, die sich über Jahrhunderte stets fortentwickelte und ihre Offenheit für Zukunft immer wieder unter Beweis gestellt hat.
  •  als Gemeinschaft, die über den begrenzten Rahmen jugendlicher Schulzeit hinaus Werte von Freundschaft, Solidarität und Verantwortung selbst leben und an die kommenden Schülergenerationen weiter vermitteln will.

Auf dieser Basis wollen wir auch in der Zukunft Leben und Arbeit unserer ehemaligen Schule in enger Abstimmung mit der heutigen Schulgemeinschaft wo möglich fördern und unterstützen."

 

Münster-Handorf, 26. Februar 2011 Der Siebener-Ausschuss

 

Vereinigung der Alten Pauliner e.V.

Kontakt: Hans-Peter Boer (1969),1. Vors.

 

Hans Tietmeyer, Bundesbankpräsident a.D.

(1931-2016, Abiturientia Paulina 1952) formulierte es so:

 

„Das Erlernen von Verantwortung ist entscheidend!“