Nachrufe ab April 2020 bis März 2021


 

Gisbert Maué (AP 1949) verstorben

 

Am 23. September 2020 verstarb im gesegneten Alter von 91 Jahren unser Con-Pauliner Gisbert Maué, Abiturient des Jahrgangs 1949. Der Nachruf der Familie wirft einen Blick auf  ein langes und reiches Leben, das Höhen und Tiefen erfahren musste, seine Beständigkeit und Sicherheit jedoch in einem festen Wertegerüst fand, das nicht zuletzt aus dem Glauben heraus erwachsen war:

 

"Gisbert Maué wurde am 2. Mai 1929 als jüngster von sieben Söhnen der Eheleute Dr. Anton und Antonia Maué (geb. Schmitz) in Münster geboren. Seine frühe Kindheit verbrachte er an der Grevener Straße, bevor die Familie in das Haus in der Freiligrathstraße umzog. Sonntags war er oft und gern bei der Großmutter Schmitz am Nordplatz  oder in Borghorst. Der Krieg brachte großes Leid über die Familie, drei ältere Brüder fielen, der Vater starb kurz darauf. Dank des Einsatzes seiner Mutter wurde Gisbert in den letzten Kriegsmonaten zum landwirtschaftlichen Dienst eingezogen und damit von der letzten Mobilisierung verschont. Als Jugendlicher schloss er sich der katholischen Jugendorganisation Neudeutschland an, die von den Nazis verboten wurde, aber nach dem Krieg die Möglichkeit für viele gemeinsame Fahrten mit Rucksack und Zeltplane bot, den 'Zupfgeigenhansel' immer im Gepäck.  1949 schloss er das Paulinum, dem er als 'Alter Pauliner' treu blieb, mit dem Abitur ab, um in Kiel, Innsbruck und Münster Jura zu studieren. Die Verbundenheit zur Studentenverbindung Tuiskonia-Monasteria, der er in dieser Zeit beitrat, drückte sich durch rege Teilnahme an den Veranstaltungen bis in sein letztes Lebensjahr aus. 1959 heiratete er die Lebensmittelchemikerin Barbara Ehring, mit der er fast 60 Jahre in glücklicher Ehe verbunden blieb.

 

Nach Stationen in Köln und Offenbach siedelte sich die wachsender Familie in Brühl an, wo die drei Kinder mit ihren immer willkommenen Freundinnen und Freunden Haus und Garten  bevölkerten. Neben seiner langjährigen Tätigkeit im Bundesverkehrsministerium war Gisbert von 1984 bis 1989 in der Ständigen Vertretung in Berlin als Referent für Post und Verkehr tätig. Als verantwortungsbewusster, sich selbst zurücknehmender, geschätzter Kollege und Vorgesetzter erreichten ihn noch lange Jahre Glückwünsche und Dankesworte. Voller Fürsorge für seine Familie war er nicht nur zu Kinderzeiten ein verlässlicher Halt, sondern unterstützte hilfsbereit und gütig die nachwachsenden Familien. Nach langen Jahren im Haus mit großem blühenden Garten in Brühl/Rheinland war er glücklich, die letzten 12 Jahre wieder in Münster, seiner 'lieben Stadt im Lindenkranze', gegenüber vom Schloss am Wohnort seiner Großmutter verleben zu dürfen und engeren Kontakt mit Münsteraner Familienmitgliedern, Schul- und Studienfreunden pflegen zu können. Mit seiner ruhigen, zurückhaltenden Art und doch mit feinem Humor, verlässlich und mit klaren Werten, für die einzutreten er immer bereit war, voller Nächstenliebe und verwurzelt im christlichen Glauben ist er uns allen ein Vorbild." 

 

 

Gisbert Maué gehörte der der Abiturientia Paulina 1949 an. Nach seiner Rückkehr nach Münster nahm rege am Leben seiner Altherrenschaft  teil und war auch unserer Vereinigung der  Alten Pauliner treu verbunden. Er kam wohl zu allen Farbenfesten, zuletzt am 5. April 2019 (s. obiges Bild), und unterstützte die Arbeit des Siebener-Ausschusses. 

 

Diesem  Jahrgang gehörte eine ganze Reihe bedeutender Pauliner an, die sowohl im öffentlichen Leben der Nachkriegszeit, in den Kreisen der Ehemaligen unserer Schule und auch als Freunde untereinander eine wichtige Rolle gespielt haben. Genannt seien nur  Werner Schulze Buschhoff (Rechtsanwalt, Vors. des Siebener-Ausschusses), Wilderich Fehrmann (Vizepräsident des Ober-Verwaltungsgerichtes, Siebener), Rudolf Breilmann (Bildhauer), Fritz Hüffer (Verlags-buchhändler) oder Hans-Jürgen Schumacher (Wirtschaftsprüfer & Steuerberater).

 

Sie alle sind schon von uns gegangen.

  

Das Seelenamt für Gisbert Maué, an dem auch einige Alt-Pauliner teilnahmen, wurde  am Freitag, den 2. Oktober, um 9.30 Uhr in St. Liebfrauen-Überwasser gefeiert. Unser Con-Pauliner fand seine letzte Ruhestätte auf dem Zentralfriedhof in Münster. 

R.I.P.


Die Abiturientia Paulina 1966-II  trauert um ihren Conabiturienten Klaus Franz Pohlmeyer, der am 25. Juli a.c. in Bremen verstorben ist. Er wurde am 16. August 1946 geboren und bestand am Ende des ersten Kurzschuljahres im November 1966 sein Abitur. Pohlmeyer studierte Psychologie und ließ sich als Psychologischer Therapeut  in Bremen nieder. Noch im letzten November nahm unser Con-Pauliner an einem Klassentreffen in Münster teil, nicht ahnend dass ein bösartiges Karzinom ihn so bald aus dem Leben reißen könnte.

R.I.P.


Die Abiturientia Paulina 1973 trauert um Hanno Hentrich (* 15. August 1954), der am 2. Mai 2020, am zweiten Tag nach Antritt seines Ruhestandes, in seinem Hause am Piano durch einen plötzlichen Herzinfarkt aus dem Leben gerissen wurde.

 

Dieses Leben war der Musik gewidmet, die ihm schon zu Schulzeiten nahe war. Von Studientagen an brillierte Hanno Hentrich in verschiedenen Orchestern und unterrichtete nach dem Studium an den Musikschulen in Steinfurt und Greven. Er war Mitglied der „Alten Philharmonie Münster“, in der sich die Profis zusammenfinden, die zuvor dem Studentenorchester der WWU angehört haben. „Er hat Jahrzehnte lang unser Orchester als engagierter und zuverlässiger Geiger und Bratscher unterstützt. Seine große Musikalität und sein hohes Maß an Professionalität waren für uns alle eine Bereicherung. Gleichzeitig war er für viele von uns ein wichtiger Kammermusikpartner und vor allem auch ein guter Freund.“ 

(Aus dem Nachruf der „Alten Philharmonie Münster“)

 

Freundinnen und Freunde schrieben: „Wir (…) vermissen schon jetzt deinen wachen, aufmerksamen Geist, deine vielseitigen Interessen, angefangen natürlich bei deinem Wissen und besonderen Können in der Musik bis hin zu deiner Vorliebe für Astronomie und ausgefallene Sprachen. Wer lernt schon innerhalb kürzester Zeit Tschechisch, Jiddisch oder gar Gotisch? In vielen anregenden Gesprächen konnten wir deine Eigenwilligkeit und auch Widersprüchlichkeit erleben, und schätzten dich dafür sehr. Du warst uns allen ein guter Freund, hast dich liebevoll um diejenigen gekümmert, die Hilfe brauchten, und warst in deiner Zuwendung bedingungslos. In der Musik, die größer ist als wir alle, werden wir weiter deine Stimme, deine Geige, deine Bratsche und dein Klavier hören.“

 

Wegen der Corona-Krise musste die feierliche Verabschiedung Hentrichs in Greven abgesagt werden. Sie war für den 30. April a.c., den letzten Arbeitstag unseres CP angesetzt. Schon zwei Tage später riss ein Herzinfarkt Hanno Hentrich aus dem Leben. 

Die Abiturientia Paulina von 1973 fasst es so zusammen:

 

„Die Musik war seine große Liebe. R.I.P., Hanno!“ 


Aus einer Anzeige in den "Westfälischen Nachrichten" erfahre ich heute, dass die Studiendirektorin Anna Deiter, geb. am 18.11.1923, am 27.04.2020 in ihrem 97. Lebensjahr gestorben ist. Frau Deiter wurde 1952 meine erste Klassen- und Lateinlehrerin und 1954 meine erste Englischlehrerin. In späteren Jahren wechselte sie an ein anderes Gymnasium.
Frau Deiter ist mir in Erinnerung geblieben als eine sympathische, kompetente, didaktisch kluge und charmante Lehrerin, von der ich gern noch länger als jeweils ein Jahr in den genannten Fächern unterrichtet worden wäre. Sie hob sich wohltuend ab von manch anderen finstergesichtigen und strengen Lehrern des damaligen Kollegiums. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts habe ich Frau Deiter noch einmal wiedergetroffen im Hause einer meiner eigenen ehemaligen Kolleginnen. Das war ein freudiges und erinnerungsreiches Wiedersehen. R.I.P.

9. Mai 2020, Ulrich Warnecke (1962)


Die Abiturientia Paulina 1956 trauert um ihren Freund Anton „Toni“ Müller, der am 14. April 2020 in München verstorben ist. Geboren am 6. 12. 1935 in Eger im heutigen Tschechien erfuhr seine Familie die schweren Schicksale der Sudetendeutschen in Flucht und Vertreibung. Es verschlug sie nach Münster, wo Toni Müller 1956 das Abitur bestand. Dem folgte ein Jura-Studium in Berlin, ein weiterer Studiengang Publizistik schloss sich an. Beruflich war Toni Müller zunächst bei der Stiftung Warentest beschäftigt, bevor er 1970 nach München ging, um beim ADAC als Chefredakteur Verantwortung für die Verbandszeitschrift „ADAC Motorwelt“ zu übernehmen. Er blieb unverheiratet. Seinem Wunsch entsprechend wird er seine letzte Ruhestätte im Familiengrab auf dem Zentralfriedhof in Münster finden.          

                                                                                                                                        R.I.P.


Die Abiturientia 1990 trauert in ihrem 60. Semester um ihren ersten Verstorbenen,

CP Volker Möllerbernd (* 24. Oktober 1970), der am 7. April 2020  in seinem 50. Lebensjahr an den Folgen einer Corona-Erkrankung in Münster verstorben ist. Volker wurde im engsten Familienkreis auf dem Zentralfriedhof in Münster beigesetzt.

 

Unser Con-Pauliner absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung in der Finanzverwaltung an und arbeitete 30 Jahre beim Finanzamt Münster-Außenstadt: "Mit großem Engagement und Pflichtgefühl hat er über die vielen Jahre seine Aufgaben sehr kompetent und zuverlässig wahrgenommen. Als Umsatzsteuerexperte hat er sich immer fachkundig und unterstützend eingebracht. Herr Möllerbernd war sowohl innerhalb des Finanzamtes als auch für die Bürgerinnen und Bürger ein sehr hilfsbereiter und anerkannter Ansprechpartner." 

(Aus dem Nachruf des FA Münster-Außenstadt, WN v. 18.04. 2020)

                                                  

Die Abiturientia Paulina 1990 wird dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren und ihn im Rahmen unseres nächsten  Jahrestreffens 2021 entsprechend  würdigen.   R.I.P.