Aus der Abiturientia Paulina 1968 verstarb Dr. rer.pol. Michael Maßmann. Geboren in Münster am 14. April 1950 kam er zu Ostern 1960 aufs Paulinum und  studierte nach dem Abitur Volkswirtschaft. Viele Jahre war als Berater und Wirtschaftsprüfer tätig und lebte lange Zeit in Irland. Trotzdem hielt Michel Maßmann Freundschaften nach und in Münster lebendig. Er starb am 17. März 2022 in Remagen-Oberwinter am Rhein,  seine letzte Ruhestätte fand er in Gladbeck.   R.I.P. 


Walther Fincke, unser ältester Pauliner - in Würzburg verstorben:

  

Walther Fincke wurde am 4. April 1918, ein halbes Jahr vor dem Ende des Ersten Weltkrieges, in Berlin-Tempelhof geboren - in der fünften Berliner Fincke-Generation, also ein Ur-Berliner. Als Beamtensohn verlebte er Kindheit und Jugend mit seinen drei jüngeren Geschwistern in Potsdam, Stralsund und Münster/Westfalen. Die schönste Zeit bildeten die 11 Jahre in Stralsund mit der Ostsee und den Inseln Rügen und Usedom. Hier lagen die emotionalen Wurzeln des späteren Wasserbauers. Geistig prägend waren neben dem Elternhaus die katholische Diasporagemeinde und das anspruchsvolle evangelische Gymnasium in Stralsund. Dem Abitur in Münster am Paulinum im Jahre 1937 LINK folgten unmittelbar nach Arbeits- und Wehrdienst fast sechs Kriegsjahre als Pionieroffizier im Westen und Osten. Nach zwei Verwundungen feierte er den 16. August 1944 als seinen zweiten Geburtstag.

 

Das Studium des Bauingenieurwesens/Wasserbau in Braunschweig und Darmstadt wurde begleitet vom geistigen Aufbruch nach dem Krieg. Das Engagement für eine Befähigung und Mitverantwortung der Laien in Kirche und Welt brachte Führungsverantwortung in der katholischen Studentenschaft Deutschlands mit sich; hierbei lernte er seine spätere Frau, Marlis Marke aus Hamburg, kennen. Nach Diplom und Hochzeit 1952 begann er seine berufliche Laufbahn, wie sein Vater, bei der Wasserstraßenverwaltung des Bundes mit Stationen in Meppen an der Ems, auf der Nordseeinse! Borkum, in Jochenstein an der Donau und in Münster sowie nach der Großen Staatsprüfung 1956 in Hamburg und ab 1958 in Würzburg, Seiner besonderen organisatorischen Begabung verdankte er eine einmalige, ihn über viele Jahre erfüllende Aufgabe an leitender Stelle für eine umfassende Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Nach seinem Ausscheiden 1983 aus dem aktiven Dienst als Leiter der Technischen Abteilung der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd in Würzburg waren seine Fähigkeiten und Erfahrungen durch die Wiedervereinigung Deutschlands noch einmal gefragt.

 

Eine Vorliebe hatte er für Theologie, romanische Kirchenbauten und Geschichte. Er liebte klassische Musik. Aus der bildenden Kunst waren ihm nahe: der vorpommersche Romantiker Caspar David Friedrich (1774-1840), die norddeutsehen Expressionisten Emil Nolde (1867-1956) mit seinen kräftigen Farben und Ernst Barlach (1870-1938) mit seinen Plastiken sowie Käthe Koilwitz (1867-1945) mit ihren Federzeichnungen und der Maler-Pfarrer Sieger Köder (1925- 2015). Das schon in der Studienzeit begonnene kirchliche Engagement fand während der Berufszeit seine Fortsetzung in der Erwachsenenbildung und bei leitenden Aufgaben auf nationaler und internationaler Ebene - in Zusammenarbeit mit Jesuiten - bei der Umwandlung der Marianischen Congregationen zur weltweiten Gemeinschaft Christlichen Lebens. Die Pensionierung brachte die Möglichkeit, gemeinsam mit seiner Frau unmittelbar für Menschen da zu sein, so bei Kursen, auch in der DDR, und bei geistlicher Begleitung von Einzelnen und Gruppen; dabei lagen ihm die Botschaft vom barmherzigen Vater und „Exerzitien im Alltag" besonders am Herzen. Sein wahrhaft erfülltes Leben mit den vielen Aufgaben, die seinen Begabungen entsprachen, fand mit dem Bundesverdienstkreuz auch öffentlich Anerkennung. Tragender Grund war ein von den Eltern vermitteltes Urvertrauen und seine 65 Jahre währende Ehe mit dem Geschenk des gemeinsamen Altwerdens in einem langen Lebenslernprozess, genährt durch jährliche Exerzitien, geistliche Begleitung und Mitleben in einer Glaubensgruppe. Sein ignatianischer Leitspruch war: „Bewahre in allem die Freiheit des Geistes und sieh zu, wohin er dich führt"- mit der Erfahrung, letztlich mehr empfangen als gegeben zu haben.

 

Walther Fincke hinterlässt eine große Familie. Den sechs Kindern folgten neun Enkel und sieben Urenkel. Seine Kinder gehören zu den Nachkriegskindern, deren Soldatenväter mit ihren mitgebrachten Prägungen erst eine neue Orientierung suchen und finden mussten. Die Balance zwischen Familie, Beruf und kirchlichem Engagement fiel nicht immer leicht. Zum Ausgleich suchte er, zusammen mit seiner Frau, die zum Mittelpunkt der Großfamilie wurde, im Alltag und im Urlaub schöne Erlebnisse zu ermöglichen. 

 

Voll Dankbarkeit war er für die geistige Lebendigkeit bis ins hohe Alter, für die jahrzehntelange fürsorgliche Unterstützung durch Tochter Elisabeth mit Ehemann Thomas, für Sohn Johannes' Verwaltungshilfen und für das Engagement seiner Tochter Veronika mit ihren zahlreichen Helfern, die seit 2015 zunächst beiden Eltern und dann ihm alleine einen würdigen Lebensabend im eigenen Haus ermöglicht haben.                                                                                                                                     R.I.P. 

 

 

Aus der Kondolenz des Siebener-Ausschusses:

 

"Mit großem Bedauern haben wir die Nachricht vom Heimgang Ihres verehrten Angehörigen, unseres Con-Pauliners Walther Fincke erhalten. Zu diesem Verlust sprechen wir Ihnen unsere herzliche Anteilnahme aus.

Mit der Semesterzahl 170 war Walther Fincke unser ältester lebender Pauliner, uns ist niemand aus der Altschülerschaft bekannt, der ein derart begnadetes Alter erreicht hat. Und, soweit wir es wissen, war es ihm geschenkt in geistiger Klarheit. Über seinen Bruder Günther, der ja ebenfalls Pauliner-Abiturient ist, haben wir immer wieder mal Nachrichten auch aus Würzburg bekommen. Ihm konnten wir im letzten Herbst zum 100. Geburtstag ein Ständchen bringen.

 

Was haben doch die drei Fincke-Brüder nicht alles zur Geschichte des Paulinum beigetragen, durch Ihr So-Sein, durch ihr Zeugnis, durch Beiträge zu den Farbenfesten und zahlreichen Begegnungen. Unvergessen der „Auftritt mit dem Schwerte“ vor einigen Jahren. Bewunderung allseits über Ihre Frische und Ihre Treue zu unserer alten Schola Paulina. Dieses  Trio wird unvergessen bleiben."

 

 


Am 10. März 2022 verstarb unser CP Theo Hegemann, der zur ersten Nachkriegs-Abiturientia  in den Förderkursen von 1946 zählte. Geboren wurde er am 28. 11. 1926. Hegemann wirkte als Rechtsanwalt am Oberlandesgereicht in Hamm. Er wurde am 24. März in Lippstadt  beigesetzt.                                                                                                                                                            R.I.P.


Die Abiturientia Paulina 1984 trauert um ihren Con-Abiturienten Dr. Stephan Böckenförde

(*30. 10. 1964), der am 24. November 2021 nach langer, schwerer Krankheit in Berlin verstorben ist.

 

Stephan studierte Politikwissenschaft, Deutsche Philologie, Soziologie sowie Sozialwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster. Nach verschiedenen Forschungsaufenthalten in Seattle, WA, und Washington D.C. hatte seine Dissertation die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik zum Gegenstand. Dieses Thema führte ihn 2005 als wissenschaftlichen Mitarbeiter an die Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Strausberg/Brandenburg, wo er zuletzt Wissenschaftlicher Direktor war.

An der Akademie wurde Stephan für seine umfassende Sachkenntnis, sein präzises Argumentieren, seinen unabhängigen Geist und seine große Kollegialität sehr geschätzt. Wir erinnern uns an Stephan für sein authentisches Interesse an unzähligen Themen, auch außerhalb seines Fachgebietes, für sein soziales Engagement, für seinen Glauben, und seine Leidenschaft für alle Formen der Kultur, insbesondere der Musik. Vor allem erinnern wir uns an seine Freundschaft. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten seiner Frau Andrea.

R.I.P.


Nachruf Herbert Fritz Mattenklodt (AP 1954)

 

Die Abiturientia Paulina 1954 trauert um Herbert-Fritz Mattenklodt, der am 9. April 1933 in Münster geboren wurde und am 20. Oktober 2021 verstorben ist. Vom Februar 1946 ab besuchte er das Paulinum und gehörte auch der Bardophonia an. Nach dem Abitur 1954 nahm Mattenklodt ein Studium der Rechtswissenschaften auf und trat nach den vorgegebenen Staatsprüfungen, die er mit Prädikat bestand, als Assessor in die öffentliche Verwaltung beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein. 1971 wurde Mattenklodt letzter Direktor des früheren Amtes Wolbeck. Dazu gehörten damals die Gemeinden Angelmodde, Wolbeck, Albersloh, Rinkerode und Alverskirchen. Hier waren ihm wegen der bevorstehenden Kommunalreform nur wenige Jahre Tätigkeit vergönnt, in denen er sich aber erfolgreich für die ihm anvertrauten Kommunen einsetzte. Die Verwaltungsreform wurde überhaupt eines seiner wichtigeren Themen, über das er auch umfangreich publizierte.

 

Nach der Auflösung der alten Verwaltungsstrukturen 1975, mit der u.a. der Altkreis Münster-Land und die Ämterverfassung verschwanden, war Mattenklodt zunächst für eine Übergangsfrist Kommissar in der neu gegründeten Stadt Steinfurt, wo er die beiden Kommunen Burgsteinfurt und Borghorst verwaltungstechnisch zusammenführen musste. Als solcher war er für diese neue Gebilde rechtlich und praktisch Ratsversammlung und Hauptgemeindebeamter in einer Person, bis ein neuer Stadtrat und von diesem ein neuer Stadtdirektor gewählt war. Das war eine anspruchsvolle und keineswegs einfache Aufgabe, die besonders dadurch erschwert wurde, dass die Bevölkerung und die ehemaligen Kommunalvertreter der beiden nahe beieinander liegenden Ortsteile sich traditionell ablehnend gegenüber standen. Mattenklodt bewältigte die vielfältige Aufgabe mit Geschick und Standfestigkeit erfolgreich. Da er in der Verwaltung seinerzeit keine aussichtsreiche Position für sich sah, trat er in den Vorstand der „Westfälischen Landschaft“ ein, des traditionsreichen, 1877 gegründeten Pfandbriefinstituts der Volks- und Raiffeisenbanken (heute WL Bank – Bodenkreditbank AG). Ihr diente er als „Generallandschafts-Syndikus“ und Stellv. Vorstandsvorsitzender.

 

Nach der Eingemeindung Wolbecks blieb Mattenklodt der Politik in seinem Wohnort treu, nämlich in ehrenamtlicher Funktion. Von 1979 bis 1999 war er Bezirksvertreter in Südost, einige Jahre davon war er CDU-Fraktionsvorsitzender beziehungsweise Stellvertretender Bezirksbürgermeister. Auch war unser Con-Pauliner von 1984 bis 1989 Mitglied im Rat und verschiedenen Ausschüssen der Stadt Münster. Er war verheiratet und hatte zwei Töchter.

 

Der Reitsport, der ihm viel bedeutete und hieraus erwachsene familiäre Bindungen führten Herbert Fritz Mattenklodt endlich nach Brandenburg. Eine Tochter führt dort die „Reitanlage Gestüt Krämerwald“ im Ortsteil Wansdorf der Gemeinde Schönwalde-Glien, nordwestlich von Berlin.  Hier fand unser Con-Pauliner nun auch seine letzte Ruhestätte. 

 

R.I.P. 


 

Der Filmproduzent Hanns Eckelkamp (AP 1946)  starb am 5. August 2021 in Berlin im Alter von 94 Jahren. Eckelkamp war Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie. Der 1927 in Münster geborene Con-Pauliner  eröffnete 1946 das erste Nachkriegskino in seiner Heimatstadt, den Gertrudenhof.  Das Gebäude war 1941 als zentraler Sammelpunkt der zur Deportation verdammten jüdischen Menschen bestimmt worden. Dieser Aspekt der Geschichte seines Elternhauses hat Eckelkamp sein Leben lang umgetrieben. Er war bis zu seinem Tode Mitglied der „Gesellschaft für christlich-Jüdische Zusammenarbeit GCJZ Münster“.

 

In den Folgejahren darauf baute oder übernahm Hanns Eckelkamp sechs Kinos in Duisburg und Münster. Seinen Filmverleih machte er zu einem bundesweiten Player durch Vertriebsrechte an Klassikern wie «High noon», «Arsen und Spitzenhäubchen», «Laurel und Hardy» oder «Kinder des Olymp».

 

Der von Eckelkamp 1964 produzierte halbdokumentarische Film «Polizeirevier Davidswache» von Regisseur Jürgen Roland war ein riesiger Publikumserfolg. Wegen des bekannten Filmtitels wurde der Hamburger Davidwache in der Folge immer wieder ein falsches Fugen-s hinzugefügt.

Drei Jahre zuvor war Eckelkamp bereits bei der Verfilmung von Heinrich Bölls Nachkriegserzählung «Das Brot der frühen Jahre» von Regisseur Herbert Vesely als Co-Produzent dabei. In dieser Rolle arbeitete Eckelkamp auch mehrfach mit Rainer Werner Fassbinder zusammen und produzierte etwa «Die Ehe der Maria Braun» (1979) oder «Lola» (1981). Als Co-Produzent agierte er zudem bei «Theo gegen den Rest der Welt» mit dem jungen Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle (1980). Später realisierte er auch «Der Bulle und das Mädchen» mit Jürgen Prochnow (1985).

 

 

Hanns Eckelkamp blieb Münster (auch familiär) verbunden. Zum Farbenfest 2016, dem 70. Abitur-Jubiläum kam er noch einmal ins Paulinum und wurde als Person der Zeitgeschichte begrüßt und gewürdigt.

 

Wer sich weiter für diesen so bemerkenswerten Lebenslauf interessiert, dem sei diese Internetseite empfohlen: LINK  Besonders sei auf die "Laudationen" und darunter den beeindruckenden  Text „Auf einen Martini mit Fritz Lang“ von Rolf Giesen (Film-Dienst 6/2015) verwiesen. 

 


Die Abiturientia Paulina 1952 trauert um Dr. jur. Peter Hengst, der am 18. Juni 2021 verstorben ist. Er wurde am 27. Mai 1932 in Münster geboren, studierte nach dem Abitur Jura und beschloss seine Studien mit der Promotion. Peter Hengst arbeitete als Jurist beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in der Straßenbauverwaltung. Seine letzte Ruhestätte fand unser Con-Pauliner   an seinem Wohnort in Bad Rothenfelde.                                                             R.I.P. 

 

Peter Hengst  blieb sein Leben lang der Schulgemeinde und vor allem dem Freundeskreis der Abiturientia von 1952 eng verbunden; er bildete in gewisser Weise einen "Verwaltungs-Kern", der die jährlichen Treffen organisierte und die Freunde in Kontakt hielt. Zu dieser Abiturientia zählen bekannte Pauliner wie Weihbischof Friedel Ostermann, Bundesbankdirektor Hans Tietmeyer, Kreisdirektor Leo Schulze-Wessel, Lambert Grütters, Fritz Stricker, Bendix Trier und Josef Farwick, um nur einige zu nennen. Die gemeinsame Erfahrung der Kriegszeit, der  Kinderlandverschickung an den Tegernsee und der Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg schweißte diese Pauliner besonders zusammen. Peter Hengst organisierte bis ins hohe Alter die jährlichen privaten Treffen seiner Abiturientia, in der man schon früh die Partnerinnen mit eingebunden hatte. Diese Treffen bestehen trotz der "hohen Altersklasse" weiter fort.  


Die Abiturientia Paulina 2018 trauert um ihren Con-Abiturienten Felix Jackisch, der  am 4. Oktober 2021 plötzlich und unerwartet verstorben ist. Felix wurde geboren am 24. Februar 2000 und studierte an der TU in Aachen. Er fand seine letzte Ruhestätte in seinem Heimatort Nienberge.                                                                                                                                   R.I.P.