Prof. Rudolf Warnking

Die Gemeinschaft der Alt-Paulinerinnen und Alt-Pauliner trauert mit der Abiturientia 1956 um ihren Mitschüler Prof. Rudolf Warnking.

 

Rudolf ist dem Paulinum und Münster immer eng verbunden geblieben. Er hat im öffentlichen Leben des Saarlands eine bemerkenswerte Rolle gespielt, die in in der Saarbrücker Zeitung entsprechend gewürdigt wurde:

 

Saarbrücker Zeitung vom 25.02.25

Professor Rudolf Warnking – ein ausgezeichneter Europäer

Saarbrücken · Der Alt-Rektor der HTW ist mit 87 Jahren gestorben. Er hat sich große Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft und das Saarland erworben.

Von Peter Stefan Herbst

Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung

Der nüchterne Westfale, der nach Stationen in Bordeaux und Lausanne seit Anfang der 1960er Jahre im Saarland lebte, wurde ein leidenschaftlicher Europäer. Rudolf Warnking hat einen bedeutenden Beitrag zur Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit geleistet. Zu den vielen Initiativen des früheren Rektors der HTW – Hochschule für Technik und Wirtschaft (1977 – 1983 und erneut von 1996 – 2000) und als CDU-Landtagsabgeordneter (1990 – 1995), gehört auch die Gründung des Vorläufers der heutigen Deutsch-Französischen Hochschule in Saarbrücken. Sie ist ein Vorzeigeprojekt im Saarland, ein Vorbild für andere Hochschulen und ein Teil des Lebenswerkes von Warnking.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnete den 1937 in Münster geborenen Juristen 2022 für seine großen Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit und sein langjähriges landes- und kommunalpolitisches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz aus. „Als Initiator und Gründungsmitglied des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts hat Rudolf Warnking einen bleibenden Meilenstein in der Hochschullandschaft gesetzt. Seine Verdienste als Brückenbauer zwischen Frankreich und Deutschland sind schon lange bis über die Landesgrenzen hinaus sichtbar“, sagte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bei der Ordensverleihung. Das Saarland als Motor der deutsch-französischen Freundschaft brauche solche engagierten Menschen wie Warnking. Den Ordre national du Mérite, den französischen Verdienstorden, hatte er bereits 1998 erhalten – ein mehrfach ausgezeichneter Europäer. Warnking setze sich an vielen Stellen für die saarländischen Hochschulen, die staatsbürgerliche Bildung, Europa und immer wieder für die deutsch-französische Zusammenarbeit und Freundschaft ein.

 

Auch nach seiner Zeit als HTW-Rektor blieb er bis 2018 als Vorstandsvorsitzender der Union Stiftung und Aufsichtsratsmitglied der Saarbrücker Zeitung (SZ) stark engagiert. Gemeinsam mit dem früheren saarländischen Innenminister Friedel Läpple von der Stiftung Demokratie lenkte er fast zwei Jahrzehnte die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GsB), die an der Saarbrücker Zeitung beteiligt ist.

Nachdem die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck sich von ihrem Mehrheitsanteil an der SZ trennen wollte, gingen Warnking und Läpple mit der GsB ins Risiko, um die SZ als starkes saarländisches Unternehmen langfristig zu erhalten und einen neuen Mehrheitsgesellschafter aus der Medienbranche zu finden. Mit der Rheinischen Post Mediengruppe aus Düsseldorf ist ihnen dies gelungen. „Die Saarbrücker Zeitungsgruppe ist Professor Warnking zu großem Dank verpflichtet“, sagt der SZ-Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Werle. Von Friedel Läpple kommt eine ganz persönliche Würdigung: „Rudolf Warnking war ein außergewöhnlich liebenswerter westfälischer Dickkopf, mit dem mich eine lange Freundschaft ­verbindet“.

Mit Rudolf Warnking verliert das Saarland eine Persönlichkeit, die mit Weitsicht, Tatendrang und Leidenschaft viele Institutionen geprägt hat.

 

Saarbrücker Zeitung vom 1.03.25

Nachruf zum Tode von Rudolf Warnking

Mit großer Trauer nehmen wir an der htw saar Abschied von Professor Rudolf Warnking, einem hochgeschätzten Kollegen und Wegbereiter der europäischen Hochschulzusammenarbeit. Über viele Jahre prägte er das Gesicht unserer Hochschule – zunächst als Dozent und Professor im Fachbereich Wirtschafts- und Bauingenieurwesen, später von 1977 bis 1983 und erneut von 1996 bis 2000 als Rektor.

 

1937 in Münster geboren, kam Warnking nach seinem Studium der Rechtswissenschaft in Münster, Bordeaux und Lausanne Anfang der 1960er-Jahre ins Saarland. Er studierte am Europa-Institut der Universität des Saarlandes und arbeitete dort von 1967 bis 1970 als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1970 wurde er an die damalige Staatliche Ingenieurschule berufen.

Rudolf Warnking war weit mehr als ein akademischer Lehrer – er war ein leidenschaftlicher Gestalter und Vordenker. Besonders für die deutsch-französische Hochschulkooperation setzte er sich unermüdlich ein und spielte eine zentrale Rolle bei der Gründung des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts der htw saar, das heute als Vorbild für viele weitere Kooperationen gilt. Auch an den ersten Schritten zur Gründung der Deutsch-Französischen Hochschule war er maßgeblich beteiligt.

 

1998 wurde Warnking mit dem "Ordre national du Mérite" für seine Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit ausgezeichnet. 2022 erhielt er für seine großen Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit sowie sein langjähriges landes- und kommunalpolitisches Engagement das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Sein außergewöhnlicher Einsatz und sein Weitblick werden an der htw saar und in vielen internationalen Hochschulinstitutionen weiterwirken. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und werden sein Andenken in Ehren halten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie in dieser schweren Zeit des Abschieds. 

 

 

R.I.P.